Humanitäre Hilfe der Schweiz für SS-Kriegsverbrecher
Zur Errichtung einer völkischen Siedlerkolonie in Brasilien, 1949-1959
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Autor: Hug, Peter
Erscheinung: 2026
Seiten: 220
Ergänzung: mit zahlr. Abb
Produktinformationen "Humanitäre Hilfe der Schweiz für SS-Kriegsverbrecher"
Eine der grössten «humanitären»
Aktionen der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg verhalf einer
entschlossen handelnden Gruppe dazu, 1951/52 in Brasilien eine völkisch
definierte, geschlossene Siedlerkolonie zu gründen, um die Idee des
deutschen Herrenvolkes in die Nachkriegszeit hinüberzuretten. Dass
ehemalige Angehörige der Waffen-SS mitwirkten, schien niemanden wirklich
zu stören - ebenso wenig der rassistische Blick auf die indigene
Bevölkerung in Brasilien, welche die Siedler teils vertrieben, teils als
billige Arbeitskraft heranzogen.Die Aktion hatten Exponenten der
katholischen Kirche in Österreich und des Vatikans zusammen mit einem
radikalen Kreis von «Donauschwaben» aus dem Ustasa-Staat Kroatien
vorbereitet und aufgegleist. Das ehrgeizige Siedlerprojekt kam erst
voran, nachdem sich die Schweizer Caritaszentrale in Luzern
eingeschaltet hatte. Angesichts der Grösse der Aufgabe kam sie aber zur
Einsicht, dass sie die Aktion nicht allein stemmen konnte - und
schaltete schrittweise die Schweizer Europahilfe und damit die Schweizer
Behörden ein.Bundesrat und Parlament winkten die Aktion durch, ohne
allzu viele Fragen zu stellen. Nur zu gut passte die Stilisierung von
Deutschen zu den Opfern der Nachkriegszeit in ihr Bemühen, von der
antisemitisch geprägten Flüchtlingspolitik der Schweiz und ihrer
lukrativen Mitwirkung in der nationalsozialistischen und faschistischen
Kriegswirtschaft abzulenken. «Humanitäre Hilfe» war ein geradezu ideales
Mittel der aussen- und innenpolitischen Krisenbewältigung auf der
Grundlage eines organisierten Vergessens.
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