Zwangsarbeit, Medizin und Wissenschaft
Lager und NS-Zwangsstätten als Orte von Experimenten an Mensch und Natur
- Autor: Steinbacher, S.
- Autor 2: Epple, M.
- Autorenzusatz: (Hg.)
- Erscheinungsjahr: 2026
- Seiten: 275
- Bindung: gb
Dieser Band untersucht, wie Wissen und Arbeitskraft von Inhaftierten in nationalsozialistischen Lagern ausgebeutet und unter mörderischen Bedingungen Wissen gewonnen wurde. Die Beiträge beleuchten Medizin, Naturwissenschaften und Zwangsarbeit für Industrie und Forschung, u.a. in Dachau, Theresienstadt und anderen Lagern. Erhältlich in unserem Judaica- & Literaturhandlung in München, Dachau und Frankfurt.
Wie wurde das Wissen der Inhaftierten im System der nationalsozialistischen Lager ausgebeutet? Wie wurde unter mörderischen Bedingungen in den Lagern Wissen gewonnen?
In den nationalsozialistischen Zwangsstätten wurden nicht nur das Leben und die Arbeitskraft der Inhaftierten ausgebeutet, sondern auch ihr Wissen. Umgekehrt wurden die Lager auch zu Orten der (vermeintlichen oder tatsächlichen) Gewinnung von Wissen unter mörderischen Bedingungen. Die Beiträge des Bandes gehen diesen Zusammenhängen in den Feldern der Medizin, der Naturwissenschaften und der Zwangsarbeit für wissensbasierte Industrien nach. Dabei steht unter anderem die Frage im Raum, in welchem Verhältnis die Gewinnung von Wissen an Inhaftierten und die Ausbeutung ihres Wissens zu den gesellschaftlichen Wissenssystemen der Zeit standen, insbesondere zum akademischen System. Welche Konsequenzen aus dem damaligen Geschehen müssen für die Wissenssysteme der Gegenwart gezogen werden?
Aus dem Inhalt:
Astrid Ley: Häftlingsärzte in Konzentrationslagern. Lebensbedingungen, Handlungsspielräume, Dilemmata
Volker Roelcke: Konzentrationslager als Orte de-regulierter medizinischer Forschung am Menschen
Mark Spoerer: Der Einsatz von KZ-Häftlingen in der deutschen Wirtschaft
Anne Sudrow: Forschungen zur ökologischen Landwirtschaft im Konzentrationslager Dachau
Wolfgang Benz: Theresienstadt. Zur Wahrnehmung der Zwangsgemeinschaft durch Zeitgenossen, Überlebende und Nachfahren
Besonders geeignet für Historiker:innen, Wissenschaftler:innen und Leser:innen der Holocaust- und Zeitgeschichte. Der Band zeigt, wie NS-Zwangslager nicht nur Orte menschlicher Ausbeutung, sondern auch Orte der Wissensproduktion unter extremen Bedingungen waren. Fallstudien zu Häftlingsärzten, medizinischer Forschung, Industrieeinsatz und ökologischer Landwirtschaft verdeutlichen, wie die Lagerpraxis mit den gesellschaftlichen Wissenssystemen der Zeit verbunden war. Ein unverzichtbares Werk für wissenschaftliche Forschung, kritische Reflexion über Wissenssysteme und die Vermittlung zeitgeschichtlicher Bildung.
Epple, M.
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