"... total fertig mit dem Nationalsozialismus"?

Die unendliche Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus
"... total fertig mit dem Nationalsozialismus"?
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  • Kirchhoff, Wolfgang
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Bereits unmittelbar nach Kriegsende war die deutsche Zahnärzteschaft "...total fertig mit dem... mehr
Produktinformationen ""... total fertig mit dem Nationalsozialismus"?"
Bereits unmittelbar nach Kriegsende war die deutsche Zahnärzteschaft "...total fertig mit dem Nationalsozialismus" (1948); das aus der NS-Zeit übernommene Personal wollte kein "nutzloses Wühlen in der Vergangenheit" (1949). Der Faschismus sei unter den Zahnärzten nicht "zuhause gewesen" (1983). Die Wissenschaft war "fremdbestimmt" (2009), die Medizinverbrechen waren unbegreiflich; die Täter seien missbraucht und instrumentalisiert worden (2016). Vor diesem Hintergrund wurden Täter des Berufsstandes rehabilitiert und politischer Widerstand aus den eigenen Reihen ignoriert. Das Eingeständnis von Schuld und Scham unterblieb.Systematisch durchdrangen Mitglieder der Zahnärzteschaft die NS-Gesundheits-, Wissenschafts- und Standespolitik. Im Schulterschluss mit den Nationalsozialisten wurden die Zerschlagung konkurrierender sozialmedizinischer Versorgungsformen und die Ausschaltung "rassisch" und/oder politisch missliebiger KollegInnen durchgeführt. Die entstandenen Versorgungsdefizite sind bis heute spürbar. Die zahnmedizinische Wissenschaft lieferte Beiträge zur Durchführung von Sterilisation und Euthanasie. Zahnärzte beteiligten sich am Massenmord in Konzentrationslagern; als kriegswichtigen Beitrag zum internationalen Devisenhandel organisierten sie das Entfernen von Goldzähnen aus den Leichen der Geschändeten.Es ist nicht nur aktuell lohnenswert, das Fortbestehen von virulentem Antisemitismus und Xenophobie aus der Mitte der Gesellschaft heraus zu reflektieren; dieses Buch enthält bedenkenswerte Ansatzpunkte hinsichtlich der Analyse der Geschichte eines zahlenmäßig überschaubaren deutschen Berufsstandes im Umgang mit einem Teil seiner Vergangenheit und nicht auszuschließenden Nachwirkungen.Caris-Petra Heidel, geboren 1954, Prof. Dr. med. habil., Professor für Geschichte der Medizin an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden seit 2004, Studium der Zahnmedizin am Medizinischen Institut Donezk (Ukraine) und an der Medizinischen Akademie Dresden 73/78, Staatsexamen und Diplom, Approbation 1978, Facharztausbildung am Institut für Sozialhygiene Dresden, Anerkennung als Arzt/Facharzt 1983, med. Dissertation 1984, seit 1984 wiss. Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin der Med. Akademie/Fakultät Dresden, Lehrbefähigung u. Habilitation (Medizingeschichte) 1989/90, Lehrauftrag für Geschichte-Theorie-Ethik der Medizin an Med. Fakultät (in Medizin u. Zahnmedizin) und seit 2002 zusätzlich für Geschichte der Medizin und Krankenpflege an Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden, Privatdozent 1997, seit 2008 Leiterin/Direktorin des Institutes für Geschichte der Medizin Dresden.
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