Ich will keinen Trost von niemandem
Neofelis Verlag GmbH
Autor: Aub, M.
2.Autor: Buschmann, A. (Hg.)
Autorenzusatz: Gerhold, S. (Hg.)
Erscheinung: 2026
Seiten: 100
Bindung: gb
Produktinformationen "Ich will keinen Trost von niemandem"
Mit seinem Romanzyklus Das magische Labyrinth wurde Max Aub zu einem der großen Chronist:innen der Traumata des 20. Jahrhunderts und einem der wichtigsten spanischsprachigen Autor:innen dieser Zeit. Weniger bekannt sind seine Theaterstücke, von denen der 1939 geschriebene Monolog Ich will keinen Trost von niemandem (im Original:De algún tiempo a esta parte) nun von Stefanie Gerhold übersetzt erstmalig auf Deutsch vorliegt.
In ihm erklingt die Stimme von Emma, einer Katholikin aus Wien mit jüdischer Herkunft. Doch gleichzeitig hat diese Stimme keinen Ort. 1938, nach dem ‚Anschluss‘ Österreichs, zwischen Reichspogromnacht und Deportationen, hat Emma alles verloren: ihren Ehemann, den die Nazis verschleppt und ermordet haben, ihren Wohlstand, ihre Wohnung, die sie für die neuen Bewohner:innen putzen muss. An ihren toten Mann richtet sie ihre Worte, und es ist besonders dieser Umstand, der ihr fundamentales Alleinsein in einer verstörenden Umwelt betont.
Die Entwürdigung und Entmenschlichung, die Emma erlebt, infiziert auch ihre Sprache: nüchtern, beinahe teilnahmslos wirkt diese zuweilen. In rhythmischen und zugleich wie isoliert stehenden Sätzen konkretisieren sich wie in einem Prisma die zerstörten Lebenswege von Emma und ihren Bekannten – denn sie sieht hin, wendet den Blick nicht von den Gewaltexzessen auf offener Straße ab. Sie tut dies aus Pflichtgefühl gegenüber den Ermordeten. Und aus einer Wut heraus, die, wie sie sagt, größer ist als ihre Angst.
In ihrem Vorwort zur Übersetzung und zur Entstehung dieses Werks, das Max Aub zu Beginn seiner eigenen Flucht aus Spanien 1939 in Paris geschrieben hat, erläutert Stefanie Gerhold das „Erzählen in Splittern“, mit dem Aub seine eigene Fassungslosigkeit literarisiert. Die Unmöglichkeit, die Ereignisse einzuordnen, bestimmt auch die Perspektive seiner Figur. Das Nachwort von Albrecht Buschmann erläutert die Rezeptionsgeschichte und stellt diesen einzigartigen Monolog in den Kontext von Max Aubs Theater, das immer wieder um die existenzielle Erfahrung von Ausschluss und Verfolgung kreist.
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