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Europäische Aufklärung und „rassistische“ Abwertung

Produktinformationen "Europäische Aufklärung und „rassistische“ Abwertung"

Wie an der vermehrt unter anderem an Kant geführten Diskussion in den letzten Jahren deutlich wurde, enthält die Aufklärung aus heutiger Sicht rassistische Stereotype. Auch die Judenfeindschaft war Teil der Aufklärung, wie sich exemplarisch an Voltaires „Dictionnaire philosophique“, Fichtes „Versuch einer Critic aller Offenbarung“ oder dem frühen Hegel zeigen lässt. Die Autoren des vorliegenden Buches – Teilnehmer des Workshops „Europäische Aufklärungen und ‚rassistische‘ Abwertung“ – gingen von zwei Impulsen aus: dem 200. Todestag Saul Aschers (1767–1822) und der Frage, ob Aschers scharfe Kritik an antijüdischen Autoren wie Fichte, Fries oder Arndt auch eine Kritik an der europäischen Aufklärung selbst impliziert. Sie fragen: Wie haben zeitgenössische jüdische Denker*innen „rassistische“ Ideologeme der europäischen Aufklärung bewertet? Haben maskilische Denker*innen ethnische bzw. „rassistisch“ motivierte Ausgrenzungstendenzen auf ihre Ursachen in den europäischen Aufklärungen selbst untersucht und kritisiert? Michael Lesley untersucht, warum „Judaism became Religion“. Er vergleicht Mendelssohns Konzept einer „allgemeinen Menschenreligion“ mit dem liberalen Religionsbegriff Johann Salomo Semlers. Beide verknüpften äußere (partikulare) Religionspraxis mit innerer (universaler) Humanität, entfernten sich vom Dogmatismus und formulierten Ansätze gegen rassifizierende und antisemitische Exklusionslogiken. Doch während Mendelssohn stets auch politische Gleichstellung forderte, blieb Semlers Theologie auf das Christentum beschränkt. Antonia Steins analysiert Mendelssohns Jerusalem als indirekte Antwort auf Christoph Meiners’ Fremdschau. Sie zeigt, dass Meiners in seinen anthropologischen und religionshistorischen Schriften dieselbe Methode beibehielt: religiöse Differenz in rassifizierte Ungleichheit zu überführen. Mendelssohns Konzept von Toleranz und Deutung religiöser Differenz kontert diese vermeintliche Objektivität durch eine normative Rationalität, die Differenz als Bedingung von Emanzipation begreift. Jakob Ole Lenz widmet sich Saul Ascher als kritischem Erben der Aufklärung. Er zeichnet dessen Weg von der Auseinandersetzung mit Kant und Fichte über naturrechtliche und revolutionstheoretische Schriften bis zur Sklavereikritik nach. Ascher übersetzte Grégoires „De la Littérature des nègres“ und betonte, dass Menschen „nicht in Stämme und Rassen einzuteilen“ seien. Seine Angriffe auf die nationalistisch-romantische Germanomanie (1815) machten ihn zur Zielscheibe späterer antisemitischer Polemik – Treitschke sprach noch Jahrzehnte später von Aschers „jüdischer Frechheit“.

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