Die verlorenen Töchter
Heirat als Strafe: Rechtliche Situation und Lebensalltag ausgebürgerter Schweizerinnen bis 1952
Chronos Verlag
Autor: Redolfi, Silke Margherita
Erscheinung: 2019
Seiten: 440
Bindung: gb
Ergänzung: 11 s/w-Abb.
Produktinformationen "Die verlorenen Töchter"
Bis 1952 verloren Tausende von Schweizerinnen das Bürgerrecht, weil sie einen Ausländer heirateten. Für die betroffenen Frauen bedeutete der Verlust des Bürgerrechts eine Einschränkung ihrer Grundrechte. Ein unsicherer Aufenthaltsstatus in der Schweiz, Berufsverbote oder mangelnder Zugang zu Sozialunterstützung führte zu Diskriminierung und Ausgrenzung. Identität und Zugehörigkeit wurden grundlegend infrage gestellt. Der Grund für den Verlust des Bürgerrechts lag in der sogenannten Heiratsregel, die der Braut das Bürgerrecht des Ehemanns aufzwang und in ganz Europa Anwendung fand. Während andere Staaten seit 1914 Reformen vorantrieben, verschärfte die Schweiz sogar die Regel im Zweiten Weltkrieg im Sinne der Landesverteidigung zur Abwehr von Juden und Fremden. Erst nach 1945, als der skandalöse Umgang mit ausgebürgerten Schweizerinnen – etwa den verfolgten und ihrem Schicksal überlassenen Jüdinnen – im Krieg ans Licht kam, gelang es Frauenorganisationen gemeinsam mit fortschrittlichen Politikern und Staatsrechtlern, im neuen Bürgerrechtsgesetz von 1952 eine Wende herbeizuführen.
Silke Margherita Redolfi ergründet die Ursachen dieser Rechtsprechung, untersucht die Haltung der Behörden und geht den Schicksalen der Betroffenen nach. Die Studie macht deutlich, wie Behördenmacht, Ausgrenzung, Verfolgung und Staatsinteressen schicksalhaft ineinandergriffen und wie die Schweizer Politik und die Rechtsauffassung vom sogenannten Gemeinwohl besonders im Zweiten Weltkrieg menschenverachtende Züge annahmen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Schweizer Rechtsgeschichte und zur Schweiz im Zweiten Weltkrieg.
Silke Margherita Redolfi ergründet die Ursachen dieser Rechtsprechung, untersucht die Haltung der Behörden und geht den Schicksalen der Betroffenen nach. Die Studie macht deutlich, wie Behördenmacht, Ausgrenzung, Verfolgung und Staatsinteressen schicksalhaft ineinandergriffen und wie die Schweizer Politik und die Rechtsauffassung vom sogenannten Gemeinwohl besonders im Zweiten Weltkrieg menschenverachtende Züge annahmen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Schweizer Rechtsgeschichte und zur Schweiz im Zweiten Weltkrieg.
Herstellerinformationen
Zu den Herstellungsinformationen gehören die Adresse und zugehörige Informationen des Herstellers des Produkts.
Chronos Verlag
Zeltweg 27
8032 Zürich
info@chronos-verlag.ch
Verantwortliche Person für die EU
In der EU ansässiger Wirtschaftsbeteiligter, der sicherstellt, dass das Produkt den erforderlichen Vorschriften entspricht.
Chronos Verlag
Zeltweg 27
8032 Zürich
info@chronos-verlag.ch
Sie finden den für das Produkt verantwortlichen Wirtschaftsakteur auf dem jeweiligen Produkt selbst, auf dessen Verpackung oder in einer dem Produkt beigefügten Unterlage. Diese Information ist in der Regel gut sichtbar angebracht, um Ihnen eine einfache Identifikation des Verantwortlichen zu ermöglichen.