"Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet"

Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Münster
"Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet"
39,00 € *

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Lieferzeit ca. 2-3 Tage

  • Happ, Sabine
  • 2017
  • 752
  • gb
„Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet“ schrieb die jüdische Medizinstudentin Luise... mehr
Produktinformationen ""Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet""
„Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet“ schrieb die jüdische Medizinstudentin Luise Charlotte Brandenstein am 12. Februar 1935 an ihre Freundin, nachdem sie erfahren hatte, dass jüdische Studierende nicht mehr zum Staatsexamen zugelassen wurden. Von einer Sekunde auf die andere hatte sich ihre berufliche Zukunftsperspektive in Luft aufgelöst. Luise Charlotte Brandenstein ist eine von insgesamt etwa 60 Personen – darunter Studierende, (nicht)wissenschaftliches Personal und Professoren aller Fachbereiche –, denen die Westfälische Wilhelms-Universität während des Dritten Reiches Unrecht getan hat. Auf Grund ihrer politischen Ansichten, ihrer sexuellen Orientierung oder weil sie mit Juden verheiratet oder selbst jüdisch waren, wurden sie von der Universität entlassen, vorzeitig in den Ruhestand versetzt, vom Studium ausgeschlossen oder ihnen wurden ihre akademischen Titel aberkannt. Für die Betroffenen bedeutete dies häufig das Ende ihrer beruflichen Laufbahn, zumindest in ihrer Heimat Deutschland. Ihnen und ihren Angehörigen wurde die Lebensgrundlage entzogen, ihr bisheriges soziales Umfeld schloss sie aus und sie waren vielfältigen Diskriminierungen, Schikanen und Demütigungen ausgesetzt. Einige von ihnen konnten durch Emigration, Abtauchen in den Untergrund oder Rückzug aus der Öffentlichkeit zumindest ihr Leben retten, andere wurden von den Nationalsozialisten umgebracht. Heutige ältere und jüngere Studierende der Universität Münster haben die Lebensgeschichten dieser Personen erforscht. Die Veröffentlichung ihrer sehr verschiedenen Biographien holt die Opfer nicht nur aus der Anonymität des Vergessens und ermöglicht konkretes Gedenken, sondern sie vertieft auch das historische Verständnis für die Mechanismen von Ausgrenzung und Verfolgung.
Zuletzt angesehen